Das künstlerische Schaufenster

               Dies ist ein Format des Kunstvereins Stade.

          Eine virtuelle Ausstellung bequem vom Sofa aus zu

          betrachten. So kommt frische Kunst direkt zu Ihnen nach Hause.

 

Bei Handynutzung empfiehlt sich das Querformat zur besseren Darstellung

 

Das 20. Künstlerische Schaufenster:

Stefan Henning

Hier wird nur mit Licht gemalt,

und einem kleinen Loch in einem hölzernen Kasten.

Stefan Hennings Fotokunst lebt von der Stimmung,

die durch hellere und dunklere Flächen und Formen entsteht.

Vita: Stefan Henning wurde in Stendal in Sachsen-Anhalt geboren und erlebte dort in seiner Kindheit die hermetische Abschottung des Landes durch den Mauerbau. Nach dem Ende der Schulzeit in Stendal 1977 kam er nach Greifswald, um seine Berufsausbildung als Elektriker im größten der beiden Kernkraftwerke der DDR zu beginnen. im Anschluss an die Lehrzeit arbeitete er in einer Maschinenbaufirma. Inzwischen verheiratet reiste das Paar kurz vor der Wende in die Bundesrepublik aus und siedelte sich in Himmelpforten an, wo er auch heute zu Hause ist.

Schon als Schüler faszinierte ihn die Fotografie. und so machte er schon damals Erfahrungen in einem Fotolabor. Aber erst nach seiner Berufsausbildung ab 1982 setzte er sich intensiver mit der Fotografie und der klassischen Entwicklung von analog aufgenommenen Bildern auseinander. Hierbei entdeckte er dann, dass Fotografie nicht nur als Wiedergabe von Erinnerungsbildern ihre Aufgabe hat, sondern auch einen besonderen Wert als kunstvoll gestaltetes Bild, wie ein Gemälde. Wegen der Eindeutigkeit in der Wiedergabe der Hell/Dunkel-Verhältnisse und der entsprechenden Stimmung, fotografiert er nur in schwarz-weiß. Farbe lenkt ab von der eigentlichen Aussage, so Stefan Henning.

Stefan Henning

mit einer alten mechanischen Kamera


Ganz aktuell sind Bilder auf einer sieben wöchigen Wanderung durch die Pyrenäen entstanden:

Hendaye Tag1

Capule de L'Aubépine Tag 4


Der Prozess beim Fotografieren, nach der Art wie Stefan Henning arbeitet, ist ganz anders als bei herkömmlicher Fotografie. Dort sucht man eine Blickrichtung, eine Perspektive und "rahmt" das Motiv.  Hier stellt man die Kamera auf ein Stativ in die Blickperspektive, es gibt keinen Sucher, die Kamera erfasst ein weites Blickfeld und als "Objektiv" hat sie nur ein winziges Loch, durch das das Licht 1 zu 1 auf den empfindlichen Film trifft. Auch die Belichtungszeit wird nur durch öffnen und schließen des kleinen Loches hergestellt.

Pie des Escalliers Tag 9

Ruisseau de Paradis Tag 29

Cuouret d'Esquierry Tag 23

Wegen der relativ langen Belichtungszeit verlieren bewegte Elemente im Bild ihre Schärfe. Während wir heute mit der Digitalfotografie unmittelbar nach Aufnahme sozusagen das fertige Bild vor uns haben, sind bei der analogen Fotografie ja noch Folgeprozesse nötig, wie das Entwickeln des Films zum Negativ und anschließend die Übertragung ins Positive.


Es bedarf schon einer gewissen Übung und vielfältiger Erfahrung die Blickperspektive und den Bildausschnitt der aufgestellten Kamera einigermaßen genau vorherzubestimmen. Das Negativ wird, wenn es entwickelt ist, anschließend digitalisiert, um dann alle Optionen offen zu haben auf welche weise das Bild dann auf der Fläche sichtbar gemacht wird. Ob auf Fotopapier oder in verschiedenen Edeldruckverfahren.

Lochkamera

mit Verschlusshebel auf dem Stativ


Wie wird aus einem Foto ein Bild?

Eine Methode ist der  Gummidruck:

Es sind verschiedene Chemikalien nötig, die als dünne Schicht mehrmals übereinander kopiert werden. Im Ausdruck entsteht somit ein Unikat.

Forest Korsika 1, Gummidruck

Forest Korsika 2, Gummidruck


Equipment

färben

belichten

entwickeln


Und hier sehen wir ein anderes Druckverfahren:

 

Hier können auch Farbpigmente eine Rolle spielen. Es ist der Öldruck.

Hierbei wird die Fläche so bearbeitet, dass mit dem Auftrag der Ölfarbe die Intensität und Transparenz der Bilder bestimmt werden kann. Hier wird dann das künstlerische Moment nach der Motivwahl ein zweites Mal herausgefordert. Dadurch unterscheidet sich ein Foto von einer Abbildung zu einem  neugeschaffenen Bild.

Korsika, Calenzana 1

Öldruck

Korsika, Calenzana 2

Öldruck


Es geht auch in Blau:

Zitadelle Calvi 1, Öldruck

Zitadelle calvi 2, Öldruck


Gelantine auftragen

trocknen zum sensibilisieren

nach dem Belichten und Auswaschen trocknen

Farbauftrag


Hier verbindet sich Natur mit Kultur:

Kulturlandschaft Einfahrten 1

Gern hat Stefan Henning Motive ausgesucht die mit einem Thema zu verbinden sind und so eine Geschichte erzählen. Wie diese drei Bilder aus einer Serie norddeutscher nebeliger Küstenlandschaft. Hofeinfahrten, bei denen man nicht erkennt wo es wirklich hingeht, und doch sind sie zeuge für ein "Wohin".

 

Bilder für Mut und Zuversicht in einer Zeit wo keiner recht weiß wo und wie es weiter geht.


Kulturlandschaft Einfahrten 2

Kulturlandschaften Einfahrten 3


Ein neues Experiment:

Zweiloch-Kamara Eigenbau

die Kamera von innen

Es ist eine Zweiloch-Kamera mit der man Parallelbilder machen kann. Sie ist selbst gebaut und macht nacheinander zwei 6X6 Bilder im Panorama-Motiv nebeneinander. Das wird das neue Experimentierfeld von Stefan Henning.


Erste Panorama-Testfotos mit der neuen Kamera